Wer heute "Bäckerei in der Nähe" oder "Autowerkstatt Leipzig" bei Google eingibt, sieht zuerst keine klassische Trefferliste, sondern eine Karte mit drei hervorgehobenen Einträgen darunter. Das ist der sogenannte Map-Pack, und für die allermeisten lokalen Suchanfragen ist genau diese Karte der Ort, an dem Kunden ihre Entscheidung treffen. Wer dort nicht auftaucht, existiert für einen großen Teil der Suchenden schlicht nicht, egal wie gut die eigentliche Website ist.
Die gute Nachricht: Anders als beim klassischen Google-Ranking mit seinen Hunderten Faktoren lässt sich der Map-Pack mit einer überschaubaren Anzahl an Stellschrauben gezielt beeinflussen. Die schlechte Nachricht: Genau diese Stellschrauben werden in der Praxis erstaunlich oft falsch bedient, meist aus Zeitmangel oder weil niemand im Betrieb genau weiß, worauf es ankommt. In diesem Artikel gehen wir Schritt für Schritt durch, wie Google die Top 3 auswählt und was Sie konkret tun können, um dort einen Platz zu bekommen.
Kurz zusammengefasst
Das Wichtigste in Kürze
- Der Map-Pack zeigt nur drei Unternehmen und entscheidet damit über einen Großteil der lokalen Sichtbarkeit
- Google bewertet vor allem drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit (Prominenz)
- Ein vollständig gepflegtes Google-Unternehmensprofil ist die wichtigste Einzelmaßnahme
- Bewertungen, aktuelle Fotos und regelmäßige Beiträge wirken sich messbar auf die Position aus
- Ein Top-3-Platz ist kein einmaliger Trick, sondern das Ergebnis kontinuierlicher Pflege
Was ist der lokale Map-Pack überhaupt?
Der Map-Pack ist der Kasten mit Kartenausschnitt und drei Unternehmenseinträgen, der bei ortsbezogenen Suchanfragen über oder zwischen den normalen organischen Ergebnissen erscheint. Er ist klar von den klassischen "blauen Links" darunter zu unterscheiden und auch von bezahlten Anzeigen wie den Local Services Ads, die manchmal zusätzlich oben auf der Seite auftauchen.
Wichtig zu verstehen: Der Map-Pack ist kein Teil der organischen Suche im engeren Sinn, sondern ein eigenes Ranking-System mit eigenen Regeln. Eine Website kann bei Google auf Position 1 stehen und trotzdem im Map-Pack gar nicht auftauchen, wenn das unvollständig oder falsch gepflegt ist.
So sieht der Map-Pack in der Praxis aus
Suchen Sie zum Beispiel nach "Zahnarzt Berlin Mitte", zeigt Google Ihnen eine kleine Karte mit drei Markierungen sowie darunter drei Karten mit jeweils dem Firmennamen, der Sternebewertung samt Anzahl der Rezensionen, der Kategorie ("Zahnarzt"), einem kurzen Hinweis auf die Adresse oder Entfernung, dem aktuellen Öffnungsstatus ("Geöffnet bis 18 Uhr") sowie Buttons für Website und Route. Erst unter diesen drei Karten folgt ein Link "Weitere Ergebnisse", über den die restlichen, meist deutlich weniger sichtbaren Anbieter zu finden sind.
Warum der Map-Pack für lokale Unternehmen so entscheidend ist
Die drei Plätze im Map-Pack bekommen erfahrungsgemäß den mit Abstand größten Teil der Klicks bei lokalen Suchanfragen, deutlich mehr als jede einzelne Position in der organischen Liste darunter. Das liegt vor allem daran, wie Menschen heute suchen: Immer mehr Anfragen enthalten "in der Nähe" oder werden direkt aus Google Maps unterwegs gestellt, meist über das Smartphone. Wer also nur auf klassisches Website-SEO setzt und den Map-Pack ignoriert, lässt genau die Suchanfragen liegen, bei denen Menschen kurz vor einer Kaufentscheidung stehen, etwa "Handwerker Notdienst" oder "Restaurant jetzt geöffnet".
Wie Google die Top-3-Positionen im Map-Pack bestimmt
Google selbst nennt in seiner Dokumentation zu lokalen Ranking-Faktoren drei Hauptkriterien. Sie wirken nicht isoliert, sondern gemeinsam, ungefähr so wie drei Zutaten, die zusammen den Geschmack eines Gerichts ergeben.
Hinweis
Google veröffentlicht keine exakten Prozentwerte oder Gewichtungen für diese drei Faktoren. Die folgende Einordnung basiert auf den offiziellen Erläuterungen von Google sowie auf Beobachtungen aus der praktischen Arbeit mit vielen unterschiedlichen Profilen.
| Faktor | Was Google bewertet | Worauf Sie Einfluss haben |
|---|---|---|
| Relevanz | Wie gut das Profil zur Suchanfrage passt | Kategorie, Beschreibung, Angebote |
| Entfernung | Wie nah der Standort am Suchenden liegt | Kaum beeinflussbar, außer bei Servicegebieten |
| Bekanntheit | Wie bekannt das Unternehmen online und offline ist | Bewertungen, Backlinks, Erwähnungen |
Relevanz
Relevanz bedeutet schlicht: Passt Ihr Profil inhaltlich zu dem, was gesucht wurde? Eine Suche nach "veganes Café" sollte im Idealfall Cafés zeigen, die genau das auch in ihrer Kategorie, ihrer Beschreibung und ihren hinterlegten Angeboten kommunizieren. Wenn Ihr Profil nur unter "Café" gelistet ist und "vegan" nirgendwo auftaucht, hat Google es schwerer, die Verbindung herzustellen, selbst wenn Sie tatsächlich ein rein veganes Angebot haben.
Entfernung
Bei der Entfernung geht es um die Position des Suchenden im Verhältnis zu Ihrem Standort. Das ist der Faktor, den Sie am wenigsten direkt beeinflussen können, denn Sie können Ihren Betrieb schlecht näher an die Kundschaft heranrücken. Eine Ausnahme gibt es für Dienstleister, die zu ihren Kunden fahren, etwa Elektriker, Reinigungsfirmen oder mobile Physiotherapeuten. Sie können bei Google ein Servicegebiet statt einer sichtbaren Adresse hinterlegen und damit in mehreren Stadtteilen oder Orten gleichzeitig relevant sein, ohne dort ein eigenes Büro zu haben.
Bekanntheit (Prominenz)
Bekanntheit ist der Faktor mit dem größten Hebel und gleichzeitig der am meisten unterschätzte. Er setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: der Anzahl und Qualität Ihrer Bewertungen, der Anzahl an Backlinks und Erwähnungen im Web, sowie ganz klassisch der Bekanntheit Ihrer Marke außerhalb des Internets. Ein traditionsreiches Restaurant, über das lokale Zeitungen schon mehrfach berichtet haben, hat hier einen natürlichen Vorteil gegenüber einem brandneuen Betrieb, der aber genau deshalb umso konsequenter an den anderen Stellschrauben arbeiten sollte.
Das Google-Unternehmensprofil als Fundament optimieren
Bevor es um Bewertungen, Backlinks oder Beiträge geht, muss die Basis stimmen. Ein unvollständiges oder fehlerhaftes Profil bremst jede weitere Maßnahme aus, egal wie viel Mühe Sie sonst investieren.
NAP-Daten korrekt und vollständig pflegen
ist der Grundstein jeder lokalen Sichtbarkeit. Klingt banal, wird aber überraschend oft falsch gemacht: Auf der Website steht "Bäckerei Sonnenschein GmbH", im Google-Profil nur "Bäckerei Sonnenschein", auf einem alten Branchenbucheintrag noch die vorige Telefonnummer. Für Menschen ist das kein Problem, sie erkennen den Zusammenhang sofort. Für Google ist jede Abweichung ein kleines Fragezeichen, ob es sich wirklich um dasselbe Unternehmen handelt, und das kostet Vertrauen im Ranking.
Worauf Sie achten sollten
Prüfen Sie regelmäßig, ob Name, Adresse und Telefonnummer auf Ihrer Website, im Google-Profil und in allen Branchenverzeichnissen exakt übereinstimmen, inklusive Schreibweise von Straße, Hausnummer und Rechtsform. Schon kleine Unterschiede wie "Str." statt "Straße" summieren sich über viele Verzeichnisse hinweg.
Die richtige Haupt- und Nebenkategorie wählen
Die Kategorie ist einer der stärksten Ranking-Hebel überhaupt und wird dabei regelmäßig unterschätzt. Viele Betriebe wählen die erstbeste passende Option, statt sich die Zeit zu nehmen und zu schauen, wie die eigene Konkurrenz kategorisiert ist. Ein Beispiel: Ein Nagelstudio kann unter "Nagelstudio", aber auch unter "Kosmetikstudio" oder "Schönheitssalon" laufen. Welche Hauptkategorie am besten funktioniert, hängt davon ab, wonach in der jeweiligen Stadt tatsächlich gesucht wird und wie die aktuellen Top-3-Platzierten kategorisiert sind. Zusätzlich lohnt es sich, passende Nebenkategorien zu ergänzen, etwa "Maniküre-Salon" als Ergänzung zur Hauptkategorie, um bei mehr passenden Suchanfragen aufzutauchen.
Öffnungszeiten und Sonderzeiten aktuell halten
Nichts frustriert Kundschaft mehr, als vor verschlossener Tür zu stehen, obwohl Google "geöffnet" angezeigt hat. Neben den regulären Öffnungszeiten sollten Feiertage, Betriebsurlaub und saisonale Änderungen immer rechtzeitig eingetragen werden. Das ist nicht nur ein Serviceaspekt, sondern auch ein Vertrauenssignal: Ein Profil, das sichtbar gepflegt wird, wirkt auf Google wie auf Menschen aktiver und verlässlicher als eines, das seit Monaten unverändert dasteht.
Unternehmensbeschreibung mit echter Fachkompetenz schreiben
Die Beschreibung im Profil ist oft die einzige Stelle, an der Sie in eigenen Worten erklären können, was Sie besonders macht. Viele Betriebe verschenken diesen Platz mit generischen Sätzen wie "Wir bieten hochwertige Dienstleistungen zu fairen Preisen". Das sagt nichts aus und hilft weder Google noch der lesenden Person. Besser ist es, konkret zu werden: Welche Leistungen bieten Sie genau an, seit wann gibt es den Betrieb, gibt es Spezialisierungen oder Zertifizierungen, die relevant sind? Eine Zahnarztpraxis, die schreibt "Seit 2011 spezialisiert auf angstfreie Behandlungen und Kinderzahnheilkunde, zertifiziert nach den Leitlinien der Bundeszahnärztekammer" liefert deutlich mehr Substanz als eine Zeile über "moderne Ausstattung".
Hochwertige Fotos und Videos hochladen
Fotos sind gleich in zweierlei Hinsicht wichtig: für die Entscheidung der Kundschaft und als Aktivitätssignal für Google. Profile mit regelmäßig neuen, echten Fotos wirken lebendig, Profile mit drei Jahre alten Stockfotos wirken verlassen, selbst wenn der Betrieb quicklebendig ist.
Praxis-Tipp
Laden Sie regelmäßig echte Fotos hoch: das Team bei der Arbeit, fertige Produkte, den Empfangsbereich, saisonale Angebote. Ein Handy-Foto vom echten Laden wirkt glaubwürdiger als ein perfekt inszeniertes Stockfoto und wird von potenziellen Kunden meist positiver wahrgenommen.
Bewertungen gezielt als Vertrauenssignal nutzen
Von allen Bekanntheitsfaktoren sind Bewertungen der Hebel, den Sie am direktesten beeinflussen können, und gleichzeitig der, bei dem am meisten falsch gemacht wird.
Aktiv und regelkonform um Rezensionen bitten
Der beste Zeitpunkt, um nach einer Bewertung zu fragen, ist direkt nach einem positiven Erlebnis: kurz nachdem die Reparatur erfolgreich abgeschlossen wurde, nach dem Essen im Restaurant, nach der Behandlung beim Friseur. Ein einfacher QR-Code auf der Rechnung oder eine kurze Nachfrage per E-Mail ein paar Tage nach dem Termin funktionieren meist besser als eine pauschale Bitte auf der Website, die niemand sieht.
Wichtig dabei: Google erlaubt es nicht, Bewertungen gegen Rabatte oder Geschenke einzutauschen, und auch das gezielte Filtern ("bitten Sie nur zufriedene Kunden") ist gegen die Richtlinien. Wer dabei erwischt wird, riskiert im schlimmsten Fall die Löschung ganzer Bewertungsblöcke oder sogar eine Sperrung des Profils.
Professionell auf Bewertungen antworten
Auf jede Bewertung zu antworten, positiv wie negativ, zeigt Google und Ihrer Kundschaft, dass hier jemand aktiv zuhört. Eine gute Antwort bedankt sich konkret, geht kurz auf das genannte Anliegen ein und lädt bei Bedarf zur Rückkehr ein. Bei negativen Bewertungen zahlt sich Ruhe aus: Eine sachliche, lösungsorientierte Antwort wirkt auf mitlesende Interessenten oft überzeugender als fünf Sterne ohne jede Reaktion des Betriebs. Wie eine solche Antwort im Detail formuliert wird und wann sich stattdessen ein Löschantrag bei Google lohnt, zeigt der Leitfaden negative Google-Bewertungen beantworten.
Umgang mit unfairen oder gefälschten Rezensionen
Manchmal landet eine Bewertung im Profil, die offensichtlich nicht zum eigenen Angebot passt, etwa weil sie den falschen Betrieb meint oder klar von einem Konkurrenten stammt. Für solche Fälle bietet Google eine offizielle Meldefunktion direkt bei der jeweiligen Bewertung.
Wichtige Warnung
Kaufen Sie niemals Bewertungen und beauftragen Sie keine Agenturen, die gefälschte Fünf-Sterne-Rezensionen versprechen. Google erkennt solche Muster zunehmend zuverlässig, etwa durch auffällig gehäufte Bewertungen in kurzer Zeit oder Konten ohne echte Historie. Die Konsequenzen reichen von gelöschten Bewertungen bis zur kompletten Sperrung des Profils, und dann ist der Schaden meist größer als der kurzfristige Vorteil.
Lokale Relevanz durch aktive Profilpflege stärken
Ein Google-Profil ist kein Schild, das man einmal aufhängt und dann vergisst. Es verhält sich eher wie ein kleiner Social-Media-Kanal, der regelmäßige Aktivität belohnt.
Google-Beiträge (Posts) regelmäßig veröffentlichen
Über die Funktion "Beiträge" lassen sich Angebote, Veranstaltungen oder Neuigkeiten direkt im Profil veröffentlichen, sichtbar für jeden, der es sich ansieht. Ein Friseursalon kann so auf ein Sommerangebot hinweisen, ein Restaurant auf einen neuen Saisonteller, ein Handwerksbetrieb auf freie Kapazitäten in der kommenden Woche. Ein bis zwei Beiträge im Monat reichen meist schon, um als aktiv zu gelten, wichtiger als die Frequenz ist ohnehin, dass die Inhalte einen echten Mehrwert bieten.
Fragen und Antworten (Q&A) proaktiv befüllen
Die Frage-Antwort-Funktion im Profil wird oft übersehen, dabei kann jeder Nutzer dort Fragen stellen, auch anonym, und jeder andere kann antworten, nicht nur der Unternehmensinhaber selbst. Das birgt ein Risiko: Wenn Sie das Feld leer lassen, beantwortet im Zweifel jemand anderes eine Frage falsch. Deshalb lohnt es sich, die häufigsten Kundenfragen selbst zu stellen und direkt fundiert zu beantworten, etwa "Gibt es Parkplätze vor Ort?" oder "Nehmen Sie auch kurzfristige Termine an?".
Produkte und Dienstleistungen im Profil hinterlegen
Über die Bereiche "Produkte" und "Dienstleistungen" lassen sich einzelne Angebote mit Bild, Beschreibung und optional Preis direkt im Profil zeigen. Das hilft nicht nur der Relevanz, weil Google so genauer versteht, was Sie anbieten, sondern verkürzt auch den Weg für Kundschaft, die direkt aus der Suche heraus eine Entscheidung treffen möchte.
Website-Signale, die den Map-Pack beeinflussen
Auch wenn der Map-Pack ein eigenes System ist, spielt die Website weiterhin eine wichtige unterstützende Rolle.
NAP-Konsistenz zwischen Website und Google-Profil
Was oben schon für Verzeichnisse galt, gilt genauso für die eigene Website: Name, Adresse und Telefonnummer sollten im Impressum, auf der Kontaktseite und im Footer exakt mit dem Google-Profil übereinstimmen.
Eine Seite pro Standort oder eine gemeinsame Seite?
Sobald ein Unternehmen mehr als einen Standort betreibt, stellt sich die Frage, wie das auf der Website abgebildet werden sollte.
Eine Seite für alle Standorte
- Lokale Relevanzgering
- Risiko für Duplicate Content
- Pflegeaufwandniedrig
- Empfehlung für1-2 Standorte in derselben Stadt
Individuelle Landingpage je Standort
- Lokale Relevanzhoch
- Risiko für Duplicate Content
- Pflegeaufwandhöher
- Empfehlung fürmehrere Standorte in unterschiedlichen Orten
Wichtig bei mehreren Landingpages: Jede Seite braucht wirklich eigene Inhalte, etwa lokale Ansprechpartner, standortspezifische Bilder oder Anfahrtshinweise, statt denselben Text mit ausgetauschtem Ortsnamen zu kopieren. Sonst wertet Google die Seiten schnell als reine Duplikate ab.
Strukturierte Daten (LocalBusiness-Schema) einbinden
Mit nach dem sogenannten LocalBusiness-Schema geben Sie Google zusätzlich zur sichtbaren Textinformation eine maschinenlesbare Version derselben Daten. Ein einfaches Beispiel für den Quellcode sieht so aus:
<script type="application/ld+json">
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "LocalBusiness",
"name": "Bäckerei Sonnenschein",
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"streetAddress": "Musterstraße 12",
"addressLocality": "Leipzig",
"postalCode": "04103"
},
"telephone": "+49 341 000000",
"openingHours": "Mo-Fr 06:00-18:00"
}
</script>Das ersetzt kein gepflegtes Google-Profil, ergänzt es aber sinnvoll und hilft vor allem der klassischen organischen Suche, den Bezug zwischen Website und Standort klar zu erkennen.
Mobile Optimierung und Ladegeschwindigkeit
Lokale Suchanfragen passieren überdurchschnittlich oft unterwegs, direkt aus Google Maps oder über das Smartphone im Auto oder auf dem Weg. Eine Website, die auf dem Handy langsam lädt oder sich schlecht bedienen lässt, kostet in diesem Moment Kunden, die eigentlich schon entscheidungsbereit waren.
Backlinks und lokale Zitate (Citations) aufbauen
Neben Bewertungen ist Bekanntheit im Web der zweite große Baustein der Prominenz, und der lässt sich über gezielte Präsenz außerhalb der eigenen Website steigern.
Einträge in relevanten Branchen- und Regionalverzeichnissen
in seriösen, thematisch passenden Verzeichnissen bleiben ein solider Baustein, auch wenn klassische Branchenbücher heute weniger Gewicht haben als noch vor zehn Jahren. Wichtig ist die Qualität: Ein Eintrag in einer aktiven, thematisch passenden Plattform bringt mehr als zwanzig Einträge in Verzeichnissen, die selbst kaum Besucher haben.
Kooperationen mit lokalen Organisationen, Vereinen und Kammern
Eine Mitgliedschaft in der örtlichen Handwerkskammer, eine Sponsoring-Partnerschaft mit dem Fußballverein um die Ecke oder eine Kooperation mit der lokalen Wirtschaftsförderung bringen oft wertvolle, thematisch passende Backlinks und gleichzeitig echte, reale Bekanntheit im Ort, die sich mit keiner reinen Online-Maßnahme künstlich nachbilden lässt.
Erwähnungen in der lokalen Presse
Eine kurze Meldung in der Lokalzeitung über die Neueröffnung, ein Interview im Regionalradio oder ein Artikel auf einem lokalen Blog wirken für Google wie ein starkes externes Gütesiegel, weil eine unabhängige, glaubwürdige Quelle über das Unternehmen berichtet. Für kleinere Betriebe lohnt es sich, aktiv auf lokale Redaktionen zuzugehen, etwa mit einer runden Jahreszahl, einer besonderen Aktion oder einer Auszeichnung als Anlass.
Erfolg messen: KPIs und Tools für lokales Tracking
Ohne Zahlen lässt sich schwer sagen, ob die Arbeit an all diesen Stellschrauben tatsächlich etwas bringt.
Google Business Profil Performance-Berichte auswerten
Direkt im Google-Unternehmensprofil finden sich Berichte, die die wichtigsten Kennzahlen liefern.
| Kennzahl | Was sie zeigt |
|---|---|
| Aufrufe des Profils | Wie oft das Profil überhaupt gesehen wurde |
| Suchanfragen | Über welche Begriffe Kunden das Profil gefunden haben |
| Anrufe direkt aus dem Profil | Wie viele Kontakte ohne Website-Umweg entstanden |
| Routenanfragen | Wie viele Menschen sich den Weg anzeigen ließen |
Lokale Rank-Tracking-Tools
Neben den Google-eigenen Berichten gibt es spezialisierte Tools, mit denen sich die eigene Position im Map-Pack für einzelne Keywords und Standorte über Zeit beobachten lässt. Für den Einstieg reicht es oft schon, monatlich manuell nach den wichtigsten zwei oder drei Suchbegriffen zu suchen und die eigene Position zu notieren, idealerweise über ein Gerät ohne gespeicherten Suchverlauf, um ein möglichst neutrales Ergebnis zu bekommen.
Praxisbeispiel: Ein lokales Unternehmen auf dem Weg in die Top 3
Um zu zeigen, wie sich die einzelnen Maßnahmen in der Praxis zusammenfügen, hier ein typischer Ablauf, wie er bei vielen kleinen Betrieben in ähnlicher Form vorkommt: ein Frisörsalon in einer mittelgroßen Stadt, der über Jahre nur ein rudimentäres Profil mit veralteten Öffnungszeiten und ganzen sechs Bewertungen hatte, obwohl er tatsächlich gut ausgelastet war.
Bestandsaufnahme
Profil war unvollständig: falsche Öffnungszeiten, keine aktuellen Fotos, Kategorie zu allgemein gewählt.
Grundpflege
NAP-Daten korrigiert, passende Nebenkategorien ergänzt, zwanzig aktuelle Fotos hochgeladen, Beschreibung neu geschrieben.
Bewertungen aufgebaut
QR-Code an der Kasse eingeführt, aktive Nachfrage nach dem Termin, Antworten auf alle bestehenden Bewertungen nachgeholt.
Regelmäßige Aktivität
Wöchentlicher Beitrag zu Angeboten und freien Terminen, Q&A-Bereich mit den fünf häufigsten Fragen befüllt.
Ergebnis nach einigen Monaten
Bewertungsanzahl deutlich gestiegen, Profilaufrufe und Anrufe direkt aus Google spürbar zugenommen, Platzierung im Map-Pack für die wichtigsten Suchbegriffe stabil in den Top 3.
Der entscheidende Punkt an diesem Beispiel ist nicht eine einzelne spektakuläre Maßnahme, sondern die Kombination aus vollständiger Grundpflege, aktivem Bewertungsaufbau und regelmäßiger, kleiner Aktivität über einen längeren Zeitraum.
Die häufigsten Fehler, die ein Top-3-Ranking verhindern
Bevor es zur abschließenden Checkliste geht, lohnt sich ein Blick auf die Stolpersteine, die in der Praxis am häufigsten ein gutes Ranking verhindern:
- Inkonsistente NAP-Daten zwischen Website, Google-Profil und Verzeichnissen
- Eine zu allgemeine oder schlicht falsche Hauptkategorie
- Ein Profil, das seit Monaten nicht mehr aktualisiert wurde
- Negative Bewertungen, die einfach ignoriert statt beantwortet werden
- Gekaufte oder anderweitig unehrliche Bewertungen
- Fehlende oder inhaltlich duplizierte Standortseiten bei mehreren Filialen
Die meisten dieser Fehler haben eines gemeinsam: Sie entstehen nicht aus Unwissen über SEO-Strategien, sondern schlicht aus Zeitmangel im Alltag. Genau deshalb hilft eine feste Routine mehr als punktuelle Aktionen.
Checkliste: In 10 Schritten Richtung Map-Pack-Top-3
Vor der nächsten Optimierungsrunde prüfen
- NAP-Daten auf Website, Google-Profil und in Verzeichnissen abgeglichen
- Passende Haupt- und Nebenkategorien gewählt und mit der Konkurrenz verglichen
- Öffnungszeiten inklusive Feiertage aktuell
- Aussagekräftige Beschreibung mit echten Details statt Floskeln verfasst
- Mindestens zehn aktuelle, echte Fotos hochgeladen
- Aktiver Prozess für Bewertungsanfragen nach jedem Termin eingerichtet
- Alle Bewertungen der letzten Monate beantwortet
- Regelmäßige Google-Beiträge eingeplant, mindestens zweimal im Monat
- Q&A-Bereich mit den häufigsten Kundenfragen befüllt
- Bei mehreren Standorten: eigene Profile und eigene Landingpages je Standort
Kostenlose Checkliste: Google-Unternehmensprofil optimieren
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Fazit
Ein Platz in den Top 3 des Map-Packs ist kein Zufall und auch kein einmaliger Trick, den man einrichtet und dann vergisst. Es ist das Ergebnis eines vollständigen, ehrlich gepflegten Google-Unternehmensprofils, einer aktiven Auseinandersetzung mit Bewertungen und einer gewissen Regelmäßigkeit bei Beiträgen und Fotos. Die gute Nachricht dabei: Gerade weil so viele Betriebe genau diese Grundlagen vernachlässigen, reicht oft schon solide Basisarbeit, um sich deutlich von der Konkurrenz abzuheben. Der beste Zeitpunkt, das eigene Profil einmal ehrlich zu prüfen, ist heute, nicht erst, wenn die Konkurrenz von nebenan bereits die Top 3 belegt.
Über den Autor
Fatlum Sulaj
Gründer, Inoweb Agentur
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